Die Kunst der Verführung
In den Fußstapfen großer Verführer
Je unschuldiger ein Mädchen ist, desto weniger weiß sie von den Methoden der Verführung. Bevor sie Zeit hat nachzudenken, zieht Begehren sie an, Neugier noch mehr und Gelegenheit macht den Rest." (Giacomo Casanova, 1725-1798, italienischer Schriftsteller)
Verführungen passieren allerorts. Ob in der Werbung, in der Politik oder vor dem Süßigkeitenregal. Nahezu 24 Stunden sind wir unterschiedlichsten Verlockungen ausgesetzt. Verführungen sind süß aber auch nicht selten ein gefährliches Spiel, vor allem, wenn es das andere Geschlecht betrifft. Und auch im Zeitalter der Emanzipation obliegt es in den meisten Fällen den Männern, mit allen Künsten der Verführung dieses Spiel zu beginnen. Ob Don Juan de Marco oder Giacomo Casanova … sie haben es vorgemacht, sind als große Verführer in die Geschichte und Literatur eingegangen und gelten bis heute als die Prototypen der männlichen Top-Verführer. Doch was ihr Erfolgsgeheimnis? Was macht den Mann zum perfekten Verführer? Die gute Nachricht, richtig verführen kann jeder, die schlechte, es gibt kein Patentrezept, um geradewegs in die Liga der ungewöhnlich verführerischen Gentlemen aufzusteigen. Denn wer einmal die populäre US-Serie "Sex and the City" gesehen hat weiß, jede Frau hat andere Vorstellungen vom perfekten Herzbuben. Besonders entscheidend bei der Frage, ob Frauen dem Charme eines Verführers erliegen, ist dabei ihre innere Bereitschaft. Ist der Wunsch, die Liebe zu finden stark, lässt man sich leichter auf den anderen ein. Umso größer ist dann die Enttäuschung, wenn sich der vermeintliche Verführer als Mogelpackung entpuppt. Denn Verführung ist viel mehr als ein einstudiertes Repertoire an Flirt-Techniken.
Verführung beginnt im KopfZunächst einmal, Verführung beginnt im Kopf, nicht zwischen den Bettlaken. Sicherlich kann es bei der perfekten Verführung nicht schaden, die erogenen Zonen einer Frau zu kennen. Aber um überhaupt erst einmal dort hin zu gelangen, dafür bedarf es schon etwas mehr. Knöpfchendrücker allein sind nicht gefragt. Die Optik ist sicherlich ein Türöffner. Aber isoliert eingesetzt vollkommen unbrauchbar. Schnell ist der Lack ab und aus dem Prinzen in schimmernder Rüstung wird eine langweilige Rostlaube. Viel wichtiger ist die Kontinuität der verführerischen Ausstrahlung. Dies setzt voraus, bei der Verführung vollkommen bei sich zu bleiben. Authentizität ist gefragt, meint auch der amerikanische Neurolinguist Lowell Jay Arthur. Seiner Ansicht nach sind die Menschen am verführerischsten, die im Gleichgewicht sind und dies auch in ihrer Körpersprache widerspiegeln. Eine unverfälschte Ausstrahlung macht interessant. Sich selbst treu zu bleiben ist die wahre Magie, die hinter einer verführerischen Ausstrahlung steht. Noch verführerischer, gelingt es, dabei auch auf die Frau und ihre Bedürfnisse einzugehen, sich auf sie einzulassen, ohne sich selbst dabei zu verlieren.
Die Phantasie beflügelnIm Idealfall bedient der Verführer die mangelnde Abenteuerlust im Alltag und beflügelt vernachlässigte Fantasien. Er eröffnet aufregende Welten mit einer längeren Halbwertzeit als ein durchschnittlicher Spielfilm. Denn Verführung ist keine einmalige große Geste. Allzu viele Verführer endeten bereits unschön mit Schmierbauch und Feinripp-Unterwäsche vor der Glotze. Verführer sind keine Techniker, sondern in der Wunschvorstellung der Frau ein 24-Stunden-Traum-Typ mit einem Haltbarkeitsgarantie von geschätzten 99,9 Jahren. Dies wiederum erfordert Zeit und den aufrichtigem Wunsch, seiner Liebsten ein guter Partner zu sein. Und wer viel gibt, kann auch viel verlangen. Wo sich beide Partner umeinander bemühen, sei es mit guten Gesprächen, mit einer Prise herzerfrischenden Humors, mit neuen Dessous und natürlich auch mit der nötigen Abwechslung im Bett, da ist schon der Grundstein gelegt für eine echte Traumbeziehung. Zeit nehmen und Zeit lassen sind dafür elementare Vorraussetzungen. Der eigene Typ ist dabei immer gefragt. Denn wer nur in die Fußstapfen erfolgreicher Verführer-Prototypen tritt, wird selbst keine Spuren beim anderen Geschlecht hinterlassen.
